AG- Ausstellungskonzept gewinnt Ideenwettbewerb!
Eine Sondergruppe der AG Museumskultur hat mit ihrem Ausstellungskonzept “Hessen hybrid” bei dem u.a. vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst ausgeschriebenen Ideenwettbewerb zur volkskundlich-kulturgeschichtlichen Museumsarbeit „Die Dinge und ihre Bedeutungen“ gewonnen.
Eine Kurzfassung des Ausstellungskonzepts und die offizielle Pressemitteilung zur Preisverleihung finden sie hier:
Jahresthema 2009 / 2010
Das AG-Jahresthema 2009, was wir auch 2010 weiterverfolgen wollen, lautet 'Kulturwissen kuratieren.' Es widmet sich aus kulturtheoretischer und praktischer Perspektive den Möglichkeiten und Grenzen von Transfers aktueller kulturwissenschaftlicher Forschung in Ausstellungsprojekte vor dem Hintergrund der jüngsten Diskussionen um Kulturpraxen des Zeigens und Theorien der Evidenzerzeugung. Bisherige Veranstaltungen führten uns u.a. in das Museum für Kommunikation, das Filmmuseum mit Filminstitut sowie im laufenden Semester in das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt. Weitere Veranstaltungen im Wintersemester 2009/10 waren:
Besichtigung des Museumsdepots des MaK Frankfurt am 22.02.10
Meist befinden sich nur circa 10% der Museumsbestände in Ausstellung. Aber wo und wie werden die anderen 90% der uns normalerweise nicht zugänglichen Dinge bewahrt? Dieser und anderen spannenden Fragen gingen wir bei einer Führung durch das Museumsdepot des Museums für Angewandte Kunst in Frankfurt nach.
Tagesexkursion nach Wolfenbüttel am 19.01.10
Am 19.01.2010 fand eine von der AG angeregte Tagesexkursion in die Herzog-August Bibliothek in Wolfenbüttel mit Besuch der Grafikaustellung „Hochzeit von Bild und Buch“ sowie des virtuellen Kupferstichkabinetts statt. In diesem Rahmen war es möglich, Einblick in alle Belange einer Bilddatenbank zu erhalten und über die Leistungsfähigkeit des digitalen Bildes im Vergleich mit dem Original zu diskutieren.
AG- Masterclass mit Prof. Dr. Olaf Peters am 01.12.09
Kulturwissen kuratieren konkret – Dix und die Neue Sachlichkeit als Forschungs- und Ausstellungsthema Dem AG-Thema 'Kulturwissen kuratieren' verpflichtet, diskutierten wir die Grundsatzfrage danach, inwieweit sich aktuelle kulturwissenschaftliche Forschungsergebnisse und -ansätze auf Ausstellungsprojekte transferieren, anwenden oder für diese fruchtbar machen lassen, mit einem ausgewiesenen Experten an einem konkreten Beispiel. Prof. Dr. Olaf Peters, Universitätsprofessor für Neueste Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ist nicht nur einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Neuen Sachlichkeit sowie der Geschichte der dt. Kunstgeschichte im 20. Jhd., sondern auch Member des Board of Trustees der Neuen Galerie New York/Museum for German and Austrian Art. In diesem Zusammenhang tritt er z.Zt. auch als Kurator der für 2010 geplanten Otto Dix-Ausstellung in der Neuen Galerie New York in Erscheinung. Damit ist Prof. Peters ein idealer Ansprechpartner für die Frage nach den Transfermöglichkeiten und auch der Transfergrenzen zwischen kulturwissenschaftlicher Forschung und Ausstellungs-/kuratorischer Arbeit. Die spannende Doppeltätigkeit von Prof. Peters war der thematische Ausgangspunkt dieser dreistündigen Masterclass. Darüber hinaus reflektierten wir Bezüge sowohl zu aktuellen Ausstellungs- und Museumsdebatten als auch zu jüngsten kulturtheoretischen Tendenzen wie der von Helmut Lethen konstatierten 'Sehnsucht nach Evidenz' und auch kanonische Positionen zu (den meist von Objekten ausgehenden) Kulturpraxen des Zeigens. Die MC bot somit nicht nur den AG-Mitgliedern, sondern auch weiteren interessierten GCSC-Mitgliedern vielfaeltige Anknuefungspunkte.
Literaturgrundlagen (AG-Ordner im GCSC-Sekretariat): - Paolo Bianchi, Das 'Medium Ausstellung' als Experimentelle Probebühne. In: Kunstforum International 186 (2007), S. 44-55.
- Peter J. Schneemann: Wenn Kunst sattfindet. Über die Ausstellung als Ort und Ereignis der Kunst. In: Kunstforum International 186 (2007), S. 64-81.
- Gottfried Korff: Betörung durch Reflexion. Sechs um Exkurse ergänzte Bemerkungen zur epistemischen Anordnung von Dingen. In: Anke te Heesen u. Petra Lutz (Hg.): Dingwelten. Das Museum als Erkenntnisort (Bd. 4), Tübingen 2005, S. 89-107.
- Helmut Lethen/Ludwig Jäger: Geht die Entzauberung der Evidenz zu Ende? In: Zeitschrift für Kulturwissenschaften 1 (2009), S. 89-94.
Köln-Exkursion im Oktober 09
Am 2. und 3. Oktober 2009 unternahm die AG eine Exkursion nach Köln. Den Bericht zur Exkursion und dem reichen Programm können Sie
hier einsehen.
Weitere AG- Informationen
Alle Veranstaltungen werden grundsätzlich einzeln zertifiziert, können aber zukünftig gesammelt und bei Vorliegen der Mindestvoraussetzungen und erfolgreicher Evaluierung durch die Sachverständigen (Frau Prof. Klöckner, Herr Dr. Goldt) zu dem Schwerpunktnachweis 'Museologie und Kulturwissenschaft' zusammengefasst werden. Für einen solchen, von der GCSC-Leitung unterstützten Nachweis würden neben Kurs- und Exkursionsteilnahmen (min. 3 Veranstaltungen) auch museologische Reflektionen berücksichtigt bzw. erwartet. Alternativ können auch Ausstellungskonzepte aufgenommen werden wie sie bspw. aktuell von einer interdisziplinären AG-Sondergruppe im Rahmen eines HMWK-Wettbewerbs unter dem Arbeitstitel 'Hessen hybrid' für ein Volkskundemuseum vorgelegt wurden.